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7. Fliegerhorstlauf am 11.03.2009


Durch den Fliegerhorst gedüst

Wie oft schon bin ich vom Flughafen Köln/Bonn und auch von dessen militärischen Teil Köln/Wahn geflogen! Und dabei jedes mal am Wahner Fliegerhorst vorbeigekommen, der mir von verschiedenen dienstlichen Veranstaltungen gut bekannt ist: eine weitläufige, gute gepflegte und flache Anlage mit viel Grün sowie etlichen breiten Straßen und Wegen.

Hier veranstaltet bereits zum siebten Mal das Luftwaffenamt einen 10 km-Lauf unter der Schirmherrschaft des Amtschefs. Dieser ist auch für „Zivilunken“ (Nicht-Militärs) geöffnet und da ich heute sowieso noch eine schnellere Einheit trainieren wollte, kommt mir der Wettkampf (am Mittwoch um 13.30 Uhr!) sehr zupaß. Vor zwei Jahren waren doch tatsächlich 269 Teilnehmer im Ziel, es ist also beileibe keine ganz kleine Veranstaltung. Heute werden 219 gezählt.

Für ein kleines Startgeld von 3,50 € erhält man in der UHG (Unteroffizierheimgesellschaft) hinterher sogar eine Portion Gulaschsuppe und ein Getränk, der Lauf ist also quasi umsonst. Herz, was willst Du mehr? Und bei der Armee, so hart sie auch sein mag, gibt’s garantiert warme Duschen. Klar, man ist ja auch bei den Herren der Luftwaffe und weder bei den Kameraden der Marine noch den Soldaten des Heeres...

Nach tagelangen Niederschlägen hört es vormittags endlich mal auf zu regnen, aber von den angekündigten 10-15° haben es gerade mal acht geschafft und die Sonne erscheint auch höchstens minutenweise. Dennoch herrschen super Laufbedingungen. Schade, Ausreden werden heute also nicht ziehen. Die Einzelwertung erfolgt nach den Altersklassen des DLV, eine Mannschaftswertung getrennt nach Hauptklasse (bis 39 Jahre) und Masterklasse (ab 40 Jahren).

In der neuen Sporthalle, nahe zu Start und Ziel befinden sich die Startnummernausgabe, Umkleide und Duschen, alles also prima nahe beieinander. Ruckzuck habe ich meine Unterlagen und laufe mich zum vertrauten Gebrumme einer Transall ein.

Wahn

Der Amtschef (Zwei-Sterne-General) hält tapfer eine vermutlich flammende Rede und scheint der einzige zu sein, der nicht mitbekommt, daß die Lautsprecheranlage nichts überträgt. Vierzig Sekunden vor dem Start klappt’s dann endlich, aber für viel mehr als „Los!“ ist kaum noch Zeit. Es folgt ein Kreuzen und Queren durch die Liegenschaft auf zunächst sehr gut asphaltierten Wegen. Überall stehen Posten und verhindern Opfer. Wie immer ist der erste km in glatt vier Minuten deutlich zu schnell, aber der zweite leicht bergan und der dritte mit ordentlich Gegenwind lassen wieder normale Verhältnisse einkehren. Komisch, irgendwie meint man immer, es müßte doch noch ein wenig flotter gehen, aber kaum ist man auf der Piste, holt einen die Realität wieder ein.

Halbzeit bei 21:30 min. ist OK, der sechste km bietet zur Abwechslung mal eine Kopfsteinpflasterpassage und auf den nächsten km gelingt es mir doch tatsächlich, einige wenige Konkurrenten abzuhängen. Das Feld zieht sich immer weiter auseinander. Die Hälfte des neunten km verläuft überraschend über (allerdings relativ festes) Gelände am Kasernenzaun und bald schon kommt wieder der tolle Sportbereich mit seinen zwei Laufbahnen und zwei Kleinspielfeldern in Sicht- und Hörweite. Noch eine Dreiviertelrunde Tartanbahn, ordentlich durchgezogen und standesgemäß bei „We are the Champions“ laufe ich nach 43:08 min ins Ziel und genieße dort den leckeren warmen Tee.

Einen km wird noch ausgelaufen, dann kommt der Höhepunkt des Tages: Duschen und Umkleiden. Nichts ist schöner als dem Geschwätz der Kameraden zu lauschen, warum gerade heute die letzten Sekunden nicht drin waren. Keine Ausrede ist zu abgedroschen, einfach herrlich. Ich muß mich beherrschen, nicht loszuprusten. Heiße (!) Dusche und ab in die UHG, wo ich den Lauf mit einem schönen Erdinger bleifrei und der guten Gulaschsuppe begieße.

Ein toller Lauf, mit einer hervorragenden Organisation um Hauptmann Uwe Karstens, wie sich das fürs Militär auch gehört. Ich komme gerne wieder!

 

Letzte Änderung am Montag, 29. Mai 2017