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22. Davoser Nachtlauf am 20.07.2013
 

Der Nachlauf vor dem Sturm

Den am kommenden Samstag geplanten Start beim K 78 verbinden wir, wie so gerne, mit einer Urlaubswoche. Am gestrigen Freitag angereist,

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sind wir für eine gute Woche in der Davoser Schatzalp einquartiert. Die ist das ehemalige Sanatorium und Schauplatz von Thomas Manns “Zauberberg”. Im original erhaltenen Jugendstilgebäude von 1900 genießen wir dessen mondänen Charme, 300 HM über Davos, und chillen, was das Zeug hält.

Dazu gehört auch ein Start beim höchstgelegenen Stadtlauf Europas auf gut 1.500 m. Es stehen auf einem Stadtkurs von 2.678 m Länge bei 30 HM drei Runden an, los geht’s um 21 Uhr.

Strecke

Nur ungern unterbrechen wir unsere ach so anstrengende Liegekur auf dem eigenen Südbalkon mit Blick auf Davos und fahren mit der hoteleigenen Zahnradbahn in vier Minuten nach unten, damit wir um 16:30 Uhr die Startnummern empfangen können. Mit von der Partie wird auch die Schweizer Lauflegende Jasmin Nunige sein.

Die Vermutung, einer Mega-Veranstaltung beizuwohnen, erweist sich als Irrtum: Ganze 76 Voranmelder verzeichnet die Starterliste. Elke geht die Düse, daß sie heute für die rote Laterne verantwortlich zeichnen wird. Und wenn schon, sie wird angetreten sein und das ist es, das zählt.

Zwei Armlinge gibt es als nettes Geschenk und in zwei Tagen auch kostenlose Lauffotos zum Herunterladen, prima!

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Um 18:30 Uhr bereits sind wir beim Abendessen, um dieses beim Laufbeginn möglichst schon verdaut zu haben. und da das Fotografieren um diese Uhrzeit keinen Sinn macht, laufe ich ausnahmsweise mal ohne Kamera.

Wieder mit der Zahnradbahn nach unten, wir schauen uns noch den Staffelwettbewerb ( 3 x 1 Runde) an, laufen uns warm und los geht’s. Vor dem K 78 kommt es also zum ersten Showdown zwischen einem schon mehr als mittelalten Germanen und der (immer noch) knackigen Schweizerin Jasmin Nunige. Es wird SEHR eindeutig ausgehen...

Zunächst eine lange Gerade bergab, meine ich, wie immer, zu langsam zu sein. 4:30 min. pro km sind angesagt, also 36 min. komplett und somit 12 min. pro Runde. 4:10 - 4:15 min. sind eigentlich zu flott, aber es geht ja bergab. Scharfe Linkskurve auf die zweite lange Gerade des zu laufenden Ovals. Platz ist sofort ausreichend vorhanden, die 76 (!) Voranmelder haben sich wenigstens noch auf 104 Starter erhöht, von denen 101 ankommen werden. Das Lauftempo pendelt sich so um die 4:30 min. ein, also ist alles bestens.

Die lange Gegengerade führt am Stadion, dem Start und Ziel des K 78, vorbei, dann laufen wir um die Vaillant-Halle herum, zurück in Richtung Promende, wo es losgegangen war. Dazwischen liegt eine giftige Steigung mit rund 30 serpentinenartig zu nehmenden Höhenmetern. Noch bin ich leichtfüßig unterwegs und mache einige Plätze gut. Oben angekommen, begrüßt uns mit Mordsgetöse eine Treichelgruppe (Kuhglocken) und bis sich mein Puls wieder beruhigt hat, ist die Runde schon fast zu Ende. 12:15 min. für die erste läßt Böses erahnen. Wieder hinabgestürzt, Gegengerade, deutlich langsamer bergauf, Atmen im Einer-Rhythmus - sehr bedenklich - und wieder dauert es lange, bis ich im Lot bin. Mit 12:17 min. bin ich nur gefühlt deutlich langsamer. Wenigstens bin ich nicht überrundet worden. Jasmin hat schlappe 29:03 min. benötigt, aber auf der zweiten und dritten Runde für ihre Verhältnisse auch deutlich Federn lassen müssen.

Dritte Runde. Schon keine Lust mehr. Ich schneide jede Kurve und versuche, einzelne Meter herauszuschinden. 6 km vorbei, Seitenstechen stellt sich ein. Wunderbar, das ist wohl das Abendessen. Und dann zum dritten Mal die Steigung hoch, au Backe! Trippelschritte, keiner überholt mich, da geht es also nicht nur mir alleine so. Ich hechele oben wie kurz vorm Gebären. Dann endlich der vorletzte Werbebogen, nochmal alles hereingelegt, die 36:xx zu schaffen versucht und mit 37:01 Std. im Ziel. Junge, Junge, das war anstrengend, 12:29 min. für die letzte Runde. Allen Anschein nach ist die Höhe von gut 1.500 m über dem Meer doch zu spüren. Schnell eine Flasche zu trinken geholt (kein Wasser, es gibt nur Zitronenlimo und Apfelsaftschorle mit Pfirsich, na ja) und auf Elke gewartet, die ich kurz vor der Steigung überrundet hatte.

Endlich kommt sie, die Inhaberin der roten Laterne. Natürlich begleite ich sie auf den letzten 2,7 km, für mich ein willkommenes Ausjoggen, für sie eine echte Herausforderung. Nach 1:02 Std. hat sie es dann geschafft, einerseits froh, es gepackt zu haben, andererseits ist der Abstand zur Vorletzten deutlicher als erhofft. Egal, geschafft, das zählt. Schade nur, daß vor ihren Augen schon so gut wie alles abgeräumt war, das ist nicht unbedingt motivierend. In den nächsten Tagen werden wir noch wandern gehen und ein wenig joggen, dann warten am Samstag K 78 und K 10 auf uns.
 

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Letzte Änderung am Freitag, 22. September 2017