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2. Koblenz-Marathon am 02.09.2018


Erfolgreiche Kurskorrekturen

Lang, warm und zunehmend einsam waren sie gewesen, die km 11 bis 16 vom 21,1 km-Kurs des neuen Koblenzer Stadtmarathons bei seiner letztjährigen Premiere. Insbesondere auf der zweiten Runde durchs Koblenzer Industriegebiet waren die dann km 32 bis 37 mental besonders herausfordernd, weshalb die Veranstalter die Streckenführung grundsätzlich überarbeiteten. So ist ein fast zur Hälfte neuer Marathon entstanden, der mir genug Herausforderung bietet, ihn erneut unter die Füße zu nehmen. Daher breche ich mein fast ehernes Grundprinzip, jeden Marathon wegen der zahlreich lockenden Konkurrenz nur einmal zu laufen. Das jedoch fällt mir leicht, ist die Rhein-Mosel-Metropole doch meine Geburtsstadt und daher von mir immer wieder gerne besucht.

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Die Marathonmesse logiert unverändert zwar parkplatzmäßig günstig, aber für Laufkundschaft nicht wahrzunehmen, in der CGM-Arena (Sporthalle Oberwerth) ganz im Süden der Stadt. Damit auch wirklich alle Koblenzer von dem Ereignis etwas mitbekommen, gehört das Veranstaltungszentrum ins Herz der Stadt: Ich favorisiere nach dem Bonner Vorbild ein Zelt in der Altstadt, z.B. auf dem Münzplatz. Denn an dem kommt niemand vorbei, ohne von dem großen Ereignis Notiz zu nehmen.

Kurskorrektur, die erste

Nicht, daß Ihr meint, es sei nichts geschehen seit dem letzten Jahr: Damit die auswärtigen Besucher möglichst das gesamte Wochenende in der Stadt verbringen, hat man eine beispiellose Attraktivitätsoffensive gestartet und für reichlich Kurzweil gesorgt: Am Donnerstag finden eine Koblenzer Skatenight sowie eine Rhein-Lahn-Schiffstour mit regionalen Spezialitäten statt. Freitags startet die Marathonmesse mit diversen Gesundheitschecks, Fuß- und Laufanalysen, Batteriewechsel (Polar) etc. pp. Klasse ist besonders die abendliche Deinhard-Kellerführung im Herzen der Altstadt, die wir auch angesichts von 50% Ermäßigung auf den regulären Preis gerne mitnehmen. Samstagsmorgens gibt es zunächst ein Frühstück mit anschließendem Sightseeinglauf über ca. 7 km (Führung in Deutsch und Englisch) sowie eine Stadtführung in Deutsch, Englisch und Französisch zwischen 15.00 und 17.00 Uhr. Zeitgleich findet ein Minimarathon – nach Altersklassen getrennt – statt,  danach ein sog. PowerSchmaus mit  Rhein-Mosel-Rundfahrt an Bord der MS „La Paloma“ 18.30 bis 20.30 Uhr. Wem da langweilig wird, ist nicht zu helfen.

Auf ein Neues!

Eine Überraschung erlebe ich, als ich nach einer guten halben Stunde Autofahrt um Punkt 8 Uhr, eine Stunde vor dem Start des Marathons und Halbmarathons, auf dem großen Parkplatz an der CGM-Arena (Sporthalle Oberwerth) eintreffe: Ich ergattere mit Glück den fünftletzten Parkplatz! Steigende Teilnehmerzahlen haben eben auch mehr Straßenverkehr zur Folge. Vor der Halle bereiten sich die Begleitradfahrer vor. Daß Antje nicht nur als Person, sondern auch als Läuferin klasse ist, war mir hinlänglich bekannt. Wer aber gestern beim SONUT über 62 km und 2.100 HM die Frauenkonkurrenz gewinnt und heute die 2. Marathonfrau radelnd begleitet, um die Beine auszuschütteln, ist schon außergewöhnlich gut drauf.
 

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Meine heute aktiven Lauftreffler Harald, Tobias (beide über Halbmarathon) und Wolfgang (10 km) sind bereits startklar und vertreiben sich mit vielen anderen die Zeit in der Halle.
Auf der großen Plakatwand, die viele Unterschriften zieren, verewigen wir uns zwischen den Säulen des Podestes für das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. Die Art und Weise der Kleiderbeutelabgabe hat man zwar geändert, gebessert hat sich aber leider nichts. Daher bilden sich auch in diesem Jahr wieder lange Schlangen. Es bietet sich an, erst einmal große Haufen zu bilden und diese während des Laufs in Ruhe zu sortieren.

Dann treibt es uns nach draußen ins parallel gelegene Stadion (Heimat der TuS Koblenz und ehemaliger Austragungsort des legendären Koblenzer Abendsportfestes), in dem erstmals Start und Ziel liegen. Sinnvollerweise werden die (Halb)Marathoner um 9 Uhr, eine halbe Stunde vor den Zehnern, losgelassen. So haben uns die „Sprinter“ rechtzeitig aus den Füßen und freie Bahn. Die Kölnerin Verena lobt uns rasende Reporter über den Klee, da wird es höchste Zeit, das Ganze auch durch Leistung zu untermauern. Bei strahlendem Sonnenschein geht es pünktlich los, knapp 1.400 Aktive über M und HM werden im Ziel gezählt, dazu kommen einige Viererstaffeln über 42,2 km. Es geht  aufwärts. Bemerkenswert: Mit 400 Frauen gegenüber 792 Männern ist die Frauenquote beim Halben ziemlich hoch. Dagegen spiegeln beim Marathon die 30 Mädels gegenüber 174 Jungs das eher übliche Bild wider.
 

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Los geht es über vom Vorjahr bekanntes Terrain: Aus dem Stadion unter der Südbrücke und der Eisenbahnstrecke hindurch auf die lange, platanengesäumte Schillerstraße durch den beliebten Stadtteil Oberwerth, eine ehemalige Rheininsel, den wir am Kreisel verlassen. Schon sind wir mit der nicht minder langen Mainzer Straße auf dem „Festland“, deren Länge aber angesichts des noch dicht gedrängten Teilnehmerfeldes nicht weiter auffällt. Schwer beeindruckt mich Stan vom SV Rhinos Wiesbaden e.V., der den körperbehinderten Stephan im Rennrolli über die 42,2 km in wenig mehr als vier Stunden schiebt, großer Respekt! Schon sind wir auf Höhe der sog. Neustadt, den Rhein-Mosel-Ring unterquerend, angekommen. Rechterhand liegt das kurfürstliche, nach dem Krieg wiederaufgebaute Schloß mit seinen Zirkularbauten. Heute dient es profanen Zwecken und uns als willkommene Kulisse für eine wunderbare Runde um seinen Vorplatz. Jörg von der Rhein-Zeitung knipst neben einer DJ die schönsten Bilder, ich bin natürlich nicht dabei. Frechheit. Komm' Du nochmal nach Waldbreitbach!

Um das Gebäude der heutigen Struktur- und Dienstleistungsdirektion Nord (vulgo Bezirksregierung) und den Gerichtsgebäuden erreichen wir den Deinhardplatz, der mit einem Ensemble mehrerer historischer Gebäude inkl. eines Obelisken zweifellos eine der Koblenzer Schokoladenseiten darstellt. Der Name kommt nicht von ungefähr: Hier nahm die Koblenzer Wein- und Sektherstellung ihren Anfang. Über die breite Pfuhlgasse (die tatsächlich ursprünglich schmale Gasse hatte man nach dem Krieg stark verbreitert) biegen wir in die zentrale Altstadt ein. Seit vielen Jahren ist der Entenpfuhl als Fußgängerzone beliebte Einkaufsstraße. Die Firmungsstraße führt an meinem Lieblingsplatz, dem Jesuitenplatz, mit ehem. Kolleg, Kirche und weiteren Glanzlichtern vorbei über den Görresplatz mit Historiensäule zum Rhein. Zahlreiche Cafés haben geöffnet, die draußen Sitzenden spenden manchmal sogar Beifall.
 

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Beeindruckendes Panorama

War der Kurs bisher schon nicht schlecht, wird er jetzt richtig toll. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite thront über dem gleichnamigen Stadtteil die beeindruckende Großfestung Ehrenbreitstein, mit deren Hilfe inkl. dreier weiterer Festungen man den Schiffsverkehr auf Rhein und Mosel im Griff hatte. Dieser Ort gehört zweifelsfrei zu den deutschen Plätzen, die man nicht gesehen haben sollte, sondern muß. Der Blick auf die Stadt Koblenz und das Deutsche Eck, ach, über das gesamte Neuwieder Becken, ist unvergleichlich beeindruckend. Seit der Bundesgartenschau verbindet eine Seilbahn Koblenz und die Festung, zum beiderseitigen großen Vorteil. Wir unterqueren deren Talstation und umrunden das Deutsche Eck. Ursprünglich eine Sandbank (seinerzeit Hundsschwanz als letzter Ausläufer des Hunsrücks genannt), wurde der Zusammenfluß von Mutter Mosel und Vater Rhein im Zuge der Anlage des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. aufgeschüttet und befestigt. Das beeindruckende Denkmal (m.W. das größte Reiterstandbild zumindest Europas) ist der Hammer und größter Publikumsmagnet der Stadt. Seit exakt 25 Jahren sitzt der Hohenzoller nach Kriegszerstörung wieder dort, daher ziert sein Abbild die diesjährige Medaille.

Ich liebe meine Geburtsstadt, falls es jemandem noch nicht aufgefallen sein sollte, und der weitere Streckenverlauf zeigt auch, warum. Viele geschichtliche Details habe ich übrigens im letztjährigen Laufbericht genannt, die ich hier nicht alle wiederholen kann und möchte, sonst werde ich nie fertig. Jetzt laufen wir über das Moselufer weiter und dürfen uns über einige attraktive Gebäude auf der linken und das Wasser auf der rechten Seite freuen. Wir erreichen die Balduinbrücke, die älteste nach einem Trierer Kurfürsten (Koblenz gehörte zum Kurfürstentum Trier) benannte Koblenzer Brücke. Hier bogen wir im letzten Jahr ab, um auf die andere Seite nach Lützel zu kommen. Nicht in diesem Jahr.
 

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Kurskorrektur, die zweite

Wir bleiben geradeaus und bewegen uns moselaufwärts weiter. Die im vergangenen Jahr angebotene 21,1 km-Runde hatte, weil sie auf der zweiten Hälfte lange durchs Industriegebiet führte, viel Kritik einstecken müssen. Daher hat man reagiert und das in diesem Jahr komplett geändert, auch wenn der Maßnahme zuschauerintensive Straßen in Lützel, Neuendorf und Wallersheim zum Opfer gefallen sind. Aber die Entscheidung wird als richtig empfunden, wie mir zahlreiche Mitstreiter begeistert erzählen. Wir unterqueren die Eisenbahn- und die Europabrücke und haben bei traumhaftem Wetter allerbeste Voraussetzungen und immer etwas zu schauen. Beeindruckend ist auch die Staustufe, von der man bei dem derzeitig niedrigen Wasserstand besonders viel sehen kann. Viele Jogger nutzen gerade sie beim Training, um das Gewässer zu überqueren.

Dahinter bzw. davor ist die Mosel zum Stausee aufgestaut und bildet ein Wassersportparadies. Wohl dem, der hier eines der ufernahen schönen Häuser sein eigen nennen kann. Völlig platt bin ich, meinen Freund Peter auf der Bank sitzen zu sehen. Die Folgen eines simplen Mückenstichs haben ihn vor fast zwei Wochen in die Klinik gebracht, aber die Entlassung ist glücklicherweise absehbar. Km 10 ist vorüber, ebenso meine erste Laufstunde. Wir befinden uns jetzt an der Südbrücke (Kurt-Schumacher-Brücke), welche die Bürostadt mit Metternich verbindet, und nehmen hier die einzigen (eigentlich nicht) nennenswerten Höhenmeter. Auf beiden Runden zusammen habe ich deren 137 gemessen. Hier überhole ich René Wallesch, der mit seinen rund 1.250 gelaufenen Marathons auf Platz sechs in den Top Ten des 100 Marathon-Clubs steht.
 

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Auf der anderen Moselseite angekommen, müssen wir zunächst eine Mini-Begegnungsstrecke nehmen, auf der ich die 4:30-Zugläufer überhole, die tapfer im Sechserschnitt (also auf 4:13 Std.-Kurs) unterwegs sind. Zu ihrer Ehrenrettung sei aber gesagt, daß sie mit knappen 4:29 Std. exakt im Soll angekommen sind. Hier steht vom Ausrichter mein Lieblings-Wolfgang und freut sich schon auf unseren Lauftreff beim nächstjährigen Lauf Rund um die CGM-Arena. Wie immer vorbildlich ist die Versorgung mit Getränken (Wasser, Iso und später Cola), etwas zu beißen gibt es an anderer Stelle auch. Der ehemalige Treidelpfad (zum Ziehen der Schiffe) und heutige Spazier- und Radweg ist zwar eng, aber völlig ausreichend. Von ihm aus kann man einige herrliche Gärten bewundern, die zu den hoch über ihnen liegende Häusern auf der Trierer und Mayener Straße gehören. Nach der anderen Seite der Staustufe kommen wir in die Weinbergstraße, wo meine lieben Kollegen Martina und Joachim mit einigen Freunden ein kleines Straßenfest feiern und als meine persönliche Verpflegungsstation besonders positiv auffallen. Herzlichen Dank dafür, insbesondere auch für die spontane Hopfenkaltschale beim zweiten Mal!

Mit einigen Asbacher Laufmäusen, darunter Andrea (Hartmut hat erkältungsbedingt zurückgezogen, ist aber mehrfach als Fan an der Strecke), geht’s wieder ins alte Lützel. Lachen muß ich, als Julia ihrem Begleiter erzählt, sie sei vor Köln noch in Waldbreitbach als Einzelläuferin beim StaffelMarathon unterwegs. Lachen muß sie, als ich mich als Veranstalter zu erkennen gebe. Bis bald, Julia, vielleicht nutzen ja noch ein paar weitere Läufer mit Dir die Gelegenheit! Vorbei an einer Percussionband auf Regenfässern geht es aufwärts auf die Balduinbrücke, die wir ja schon von der Gegenseite gesehen haben. Brandneu ist das großformatige Frauenbildnis an einer Hausseite zur Brücke hin, welche die vermutlich älteste gemalte Koblenzer Werbung („Willst Du Deine Möbel schonen, ziehe aus und ein mit Bohnen“) abgelöst hat. Der Bendorfer Hendrik Beikirch hat es zugunsten des Koblenzer Frauennotrufs geschaffen.
 

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Nach Überquerung der historischen Brücke mit Blick auf das Koblenzer Moselufer steht der nächste VP exakt vor dem Koblenzer, hmmm, wie soll ich sagen? Gemischtgeschlechtliche Begegnungsstätte vielleicht? Links liegt wieder die Burg, deren Erbauung die Kurfürsten zur Grundvoraussetzung ihrer Genehmigung zum Bau der mittelalterlichen Stadtmauer machten. Denn im Zweifelsfall vor der eigenen Stadt ausgesperrt zu stehen, wäre für den hohen Herrn doof gewesen. Zentrale Altstadt bieten wieder Münzstraße und -platz sowie die Löhrstraße als Haupteinkaufsstraße, auch sie ist Fußgängerzone. Die Vier Türme, Erker vierer gegenüberliegender historischer Gebäude, sind jedes Mal wieder ein Hingucker. Wer erinnert sich noch an die kleine Lebensmittelkette dieses Namens?

An Löhrcenter und Herz-Jesu-Kirche biegen wir auf die Schloßstraße ein, die nach totaler Kriegszerstörung auf dem besten Wege ist, ihre einstige Bedeutung als wichtige Einkaufsstraße auch optisch wiederzuerlangen. Wieder dürfen wir das Schloß bewundern, vor dem es allerdings nach rechts wieder auf die Mainzer Straße in Richtung Südstadt und damit zum Stadion geht. Hier kommt mir u.a. im Sauseschritt Lisa entgegen, die die Frauenwertung in 3:08 Std. mit fast zwanzig Minuten Vorsprung für sich entscheiden wird. Am Ende ist der Wendepunkt früher plaziert als im vergangenen Jahr, schon sind wir wieder auf Oberwerth und mich trennt nur noch die Schillerstraße von der Halbzeit.
 

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Vor dem Stadion begegnet mir der Augsburger Udo, den ich in schöner Regelmäßigkeit mindestens einmal im Jahr irgendwo treffe. Exakt an km 20 (2:01 Std.) passieren mich die 4 Stunden-Zugläufer, von denen mich Dirk lautstark begrüßt. Durch ein kleines Seitentor geht es ins Stadion hinein und auf die Bahn. Dem Moderator, der einer Automatenstimme gleich vollkommen emotionslos die Namen der eintreffenden Halbmarathoner verliest, hat man morgens wohl versehentlich eine große Portion Valium verabreicht. Da ist noch gewaltig Luft nach oben. Am Zielbogen vorbei drehen wir Marathoner noch eine weitere Dreiviertelrunde auf der Tartanbahn, bevor man uns das gleiche Vergnügen ein zweites Mal bietet und aus dem Stadion entläßt.
 

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Ring frei zur zweiten Runde!

Zunächst lenkt mich noch der Führende, Richard, ab, der unter lautem Wehklagen seinem Radfahrer hinterherhetzt. In der Zeitung lese ich am Folgetag, daß er noch nie zuvor solche Wadenkrämpfe gehabt habe. Nun, wer die Konkurrenz um gute sechzehn Minuten distanziert, darf sich auch seinen Schmerzen hingeben. Auch Dir gute Besserung! Dann lenkt mich aber nicht mehr so viel ab, denn der Strom der letzten Halbmarathoner und Marathoner wird dünn und dünner. Und damit auch der sichtbare menschliche Beistand, denn, um ehrlich zu sein, auf der zweiten Runde ist zuschauermäßig tote Hose. Und zwar fast durchgehend. Wie läßt sich das zumindest teilweise verbessern? Indem man z.B. km 1,8 bis 3,5 parallel der Mainzer Straße durch die Rheinanlagen führt. Dort sind wenigstens Spaziergänger unterwegs und außerdem ist das Laufen im Grünen, am Rhein entlang und an Denkmälern vorbei sehr viel schöner als die lange, einsame Mainzer Straße. Den Rückweg kann man ja durchaus auf ihr stattfinden lassen, so bleibt die Abwechselung erhalten. Das Nadelöhr Fußweg in die Rheinanlagen hinunter entschärft man durch mehrere, kurz aufeinanderfolgende Blockstarts.

Aber der Rest ist natürlich wieder toll: Schloß, Altstadt, Deutsches Eck, beidseitiges Moselufer, Balduinbrücke, die langen Einkaufsmeilen, das hat schon etwas. Nur kaum Zuschauer, vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal abgesehen. Wie immer – aber wem geht das anders? - bin ich froh, als die 40 km-Marke erscheint und der Rest absehbar wird. Wenigstens habe ich mich noch etliche Plätze nach vorne arbeiten können, als die Uhr für mich bei 4:18 Std. angehalten wird. Kaum bin ich im Ziel, macht der Wind dem gegenüberliegenden gelben Lotto-Bogen den Garaus. Ein wenig Fachsimpelei noch, dann trolle ich mich von dannen.
 

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Hoffentlich haben zahlreiche Läufer danach den freien Einritt ins Freibad Oberwerth zum Ausschwimmen genutzt. Vielleicht erhört man mich ja endlich und hält uns die Rheinanlagen bei der 3. Ausgabe nicht vor? Dann käme für mich durchaus ein dritter Antritt beim Heimatmarathon in meiner Geburtsstadt in Frage, den ich, davon unabhängig, Euch allen dringend ans Herz legen möchte. Die Kurskorrekturen haben der Veranstaltung gut getan. Es ist wirklich schön hier.

Diesen Bericht gibt es mit sehr viel mehr Fotos auch auf Marathon4you.de!

 

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Streckenbeschreibung:
Flache, zweimal zu laufende 21,1 km-Runde (137 Höhenmeter insgesamt). Zielzeit 6 Stunden. Zugläufer für 4:00 und 4:30 Std.

Startgebühr:
42 bis 70 €, je nach Anmeldezeitpunkt.
 
Weitere Veranstaltungen:
Marathonstaffel, Halbmarathon, 10 km, 5 km, Minimarathon.

Streckenversorgung:
An der Strecke und im Ziel mit Brohler Mineralwasser, Brohler Iso-Fit, Xenofit, alkoholfreies Bitburger 0.0, Bananen, Äpfel, Salzgebäck, Müsliriegel, Studentenfutter, Laugengebäck etc.
 
Auszeichnung:
Für alle Medaille, Urkunde und Ergebnisheft zum Herunterladen, kein Shirt (17,50 € bei Vorbestellung). Für die ersten je drei Männer und Frauen (M und HM) Geldpreise, für die beiden schnellsten Koblenzer m/w Sachprämien.

Leistungen/Logistik:
Jede Menge Programm am Wochenende (s. Bericht). Kleiderbeutel mit Produktproben (welchem Zweck das Sparkassentuch dienen soll, ist mir verborgen geblieben).

Zuschauer:
Auf der ersten Runde ganz ordentlich, auf der zweiten sehr wenige.
 

Letzte Änderung am Montag, 29. Oktober 2018