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50. Nikolauslauf in Erpel am 01.12.2013
 

Schön wie immer

Alles, was im Rheinland dreimal durchgeführt wurde, gilt ja bekanntermaßen als Tradition. Wie geht man dann erst mit einer Veranstaltung um, die es seit 1963 ununterbrochen gibt? Tatsächlich veranstaltet der TuS Erpel zum 50. Mal seinen beliebten Nikolauslauf auf der Erpeler Ley, einem Felsplateau mit phantastischer Fernsicht über den Rhein in (fast) alle Himmelsrichtungen.

Ursprünglich war es mal ein fordernder Geländelauf mit deutlich über 10 km Streckenlänge und jeder Menge Höhenmeter gewesen, aber der Aufwand für die Organisation hoch. So beschränkte man sich zu dessen Reduzierung schließlich auf eine flache Runde von 1.575 m, die beim Hauptlauf sechsmal zu durchmessen ist. Das erwartet uns auch heute, die von mir erhoffte Wiederbelebung der alten Strecke aus Anlaß des Jubiläums fand leider nicht statt.

Überhaupt muß gesagt werden, daß auch der heutige organisatorische Aufwand und Ertrag nach meinem Dafürhalten in einem Mißverhältnis stehen. Zwar konnte man 274 Teilnehmer insgesamt über alle Disziplinen nach "Ducktown" locken, allerdings lediglich 111 auf der Hauptstrecke verzeichnen. Wenn man schon so oft hier war - das ist definitiv mit dem Osterlauf an und auf gleicher Strecke mein meistgelaufener Wettkampf - trifft man viele Freunde. Leider sind die Siebengebirgler mittlerweile komplett verschwunden, schade.

Eine Runde wird eingelaufen, dann stehen wir um 12 Uhr parat, um vom Nikolaus persönlich losgeschossen zu werden. Volles Rohr bzw. das, was davon übriggeblieben ist, soll's sein. Nach Überqueren der Wiese mit der umlaufenden 400 m-Naturbahn geht es eine kleine Rampe (die einzigen Höhenmeter) hinauf und in den Wald. Hier sind einige Kurven auf netten und nicht allzu matschigen Wegen zu nehmen, und für die letzten ca. 250 m umrunden wir wieder die Startwiese (ehem. Sportplatz).

7:10 min für die erste Runde ist für meine Verhältnisse zügig, ob das durchgehalten werden kann, bezweifele ich stark. Dennoch weichen die beiden nächsten mit 7:11 und 7:15 kaum ab. Allerdings bin ich vom Führenden schon mitten auf der dritten Runde kassiert worden, der Junge läuft mit Spikes wie der Teufel. 7:21 für die vierte Runde ist immer noch OK, das sieht doch nach einer 44:xx aus, evtl. wenig darunter. In der fünften erwische ich mich beim Träumen und das wird sofort mit einer 7:30 bestraft. Die letzte nochmal konzentriert gelaufen, am Ende durchgezogen, 7:07 der Lohn und 43:34 min. insgesamt. Paßt doch für einen alten Knaben im drittletzten Lauf in der M 50. Ein leckerer Weckmann vom Nikolaus und warmer Tee steigern die gute Laune weiter.

Hinsichtlich des am kommenden Sonntag zu laufenden Siebengebirgsmarathons war das ganz bestimmt nicht die ideale Einheit und schon gar kein letzter langsamer "Langer", aber was soll's. Das Leben ist kein Ponyhof, wie unser Jüngster zu sagen pflegt, wat mutt, dat mutt.
 

Letzte Änderung am Montag, 29. Mai 2017